Das Terrarium und die nötige Technik

Am billigsten und am besten geeignet ist ein mit Teichfolie ausgekleidetes oben offenes Holzterrarium, bei Glaswänden könnten die Tiere durch die Aussicht und durch ihr Spiegelbild irritiert werden, wenn sie es nicht von klein auf gewohnt sind.

 

An Technik braucht es nur 2 Zeitschaltuhren, einen Ultraschallvernebler und eine gute Lampe, die Licht, Wärme und UV- Strahlung abgibt, die so hoch hängt, dass es darunter am Boden ungefähr 40 Grad hat.

Keine Bodenheizung oder derartiges, die Sonne kommt ja auch von oben, und die Schildkröten brauchen auch eine kühle, feuchte Ecke zum Eingraben! Bei einer Bodenheizung kommt es zu Deformationen, weil dann der Bauchpanzer schneller wächst als der Rückenpanzer.

 

Schildkröte unter der WärmelampeSeit ein paar Jahren gibt es eine Lampe, die genau diese Anforderungen erfüllt: Lucky reptile bright sun uv desert.

In diesem Link ist alles genauestens erklärt:

http://www.reptilienkosmos.de/terraristik-shop/Beleuchtung/Lucky-Reptile-Bright-Sun/Lucky-Reptile-Bright-Sun-UV-Desert.html

Vorschaltgerät, Keramikfassung und Reflektor braucht man natürlich auch dazu.

Es gibt mittlerweile auch schon ein Nachahmermodell (bei Hornbach) auf dem Markt, das wahrscheinlich genauso gut ist, von mir aber noch nicht getestet wurde. Die auf veralteten Seiten empfohlene 300 Watt Osram Ultravitalux Höhensonne, die jeden Tag 15 Minuten brennen sollte, ist bei Verwendung der bright sun desert nicht mehr notwendig. Meine Schildkröten ignorieren diese jetzt im Gegensatz zu früher völlig, sodass ich sie ganz abgesteckt habe.

 

Schaltzeiten Licht

Dezember Jänner 11 Stunden
Februar März 12 Stunden
April Mai 13 Stunden
Juni Juli 14 Stunden
August September 13 Stunden
Oktober November 12 Stunden

 

Wichtig: Nach ungefähr einem Jahr lässt die Wärme- und die UV- Strahlung der Lampe stark nach.

Die Lampenhersteller empfehlen deshalb  jedes Jahr einen Tausch, der aber selten durchgeführt wird, weil sie ja „eh noch leuchtet“.

Der gewaltige Helligkeitsunterschied zwischen alter und neuer Lampe wird einem erst unmittelbar nach dem Tausch bewusst, weil man sich an die Tag für Tag  nachlassende Helligkeit gewöhnt hat!

Nach einem Jahr muss unbedingt die Temperatur unter der Lampe nachgemessen werden. Man kann den Tausch ein wenig hinauszögern, wenn man die Lampe tiefer hängt , so dass es darunter wieder die üblichen 35 bis 40 Grad hat. Nach allerspätestens 2 Jahren ist die Lampe auf jeden Fall zu ersetzen, weil dann der UV- Anteil schon gegen Null geht.

Bei http://www.reptilesexpert.com gibt es gute und günstige Metalldampflampen, die in die Fassung der Vorschaltgeräte von lucky reptile hineinpassen.

 

Ein Ultraschallvernebler wird zur Erreichung einer optimalen Luftfeuchtigkeit eingesetzt. Das Gerät (z.B. Lucky reptile super fog) steht außerhalb des Terrariums und bläst über einen Schlauch Nebel, der durch Zerstäubung aus Wasser erzeugt wird, ins Innere. Der Ultraschallvernebler sollte, wie in der Natur auch, Morgennebel vor Sonnenaufgang (= Lampe an) - für ca. 2 Stunden - und Abendnebel nach Sonnenuntergang (=Lampe ab) - für ca. 4 Stunden - erzeugen.

 

Terrarium Schildkröten

Das Terrarium sollte möglichst abwechslungsreich und gut strukturiert eingerichtet sein, da die Schildkröten sehr aktiv sind und gerne klettern. Wurzeln, Baumrinden, Steine zum Verstecken und Klettern (aber nicht in der Nähe der Lampe, falls sie dort auf den Rücken fallen, können sie rasch überhitzen). Ein flacher Stein unter der Lampe speichert gut die Wärme. Der Bodengrund sollte mindestens 10 cm dick sein, abwechselnd Sand, Kokossubstrat, Kies, Torf etc., keine gedüngte Blumenerde. Eine Bade- und Trinkmöglichkeit, möglichst flach und rauh zum leichten Raus- und Reinklettern muss immer erreichbar sein.

  

Der Boden eines Schildkrötenterrariums